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Abstract:

Unabhängig von der Forschungslage entwickelte sich in Deutschland in den letzten Jahren ein schon fast unübersehbar gewordener praktischer Diskurs über Elternarbeit mit Migranten, der aber zu erheblichen Teilen in der Gefahr des Tradierens ungesicherter Praxistipps und willkürlicher Aneinanderreihung von Handlungsvorschlägen steht. Allerdings sind migrationsspezifische Aspekte von Elternarbeit in Deutschland bisher auch nur wenig untersucht, und internationale Ergebnisse sind nur bedingt übertragbar. Gleichwohl werden wir im Folgenden versuchen, zunächst das Verhältnis von Migranten zur Schule ihrer Kinder zu beschreiben, wie es sich im Spiegel der Forschung abzeichnet, um darauf aufbauend geeignete Handlungsvorschläge zu erörtern. Soweit nicht andere Quellen angegeben sind, stützen wir uns dabei auf die bayerische Repräsentativ-Untersuchung von 2004 an 574 Schulen sowie auf Daten des daran anschließenden ViP-Modellprojekts der Jahre 2006/2007 an elf Schulen. (Vgl. Sacher 2004; Sacher 2005; Sacher 2006a; Sacher 2006b; Sacher 2007; Sacher 2008). Eine Differenzierung nach Herkunftskulturen kann hier aufgrund der dürftigen Forschungslage nicht geleistet werden. Es ist anzunehmen, dass die Aussagen im Zweifelsfalle am ehesten für türkische Migranten zutreffen.

Der Artikel ist wie folgt aufgebaut:

  1. Das Verhältnis von Migranten zur Schule ihrer Kinder
  2. Handlungsansätze
  3. Literatur

Autoren::
Werner Sacher